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DDR Suessigkeiten

Von Sven Aktualisiert: 19. Juli 2026 Lesezeit: 3 Min.

Ein knisternder Riegel Puffreisschokolade, der Griff in die Bonbondose bei Oma, der Duft von Halloren-Kugeln zu Weihnachten: DDR Süßigkeiten schmecken für viele nach Kindheit. Hinter den bunten Papierchen steckten volkseigene Betriebe, Rohstoffmangel und erstaunlich viel Erfindungsreichtum. Hier erfährst du, was damals wirklich genascht wurde und woher der besondere Geschmack kam.

Was in der DDR wirklich genascht wurde

Wer in der DDR aufgewachsen ist, verbindet mit Süßem sofort ein paar feste Namen. Die Halloren-Kugel aus der Halloren Schokoladenfabrik in Halle gilt als älteste Schokoladenmarke Deutschlands und war mit ihrer Sahne-Cacao-Füllung ein Klassiker. Dazu kamen die Schlager-Süßtafel, Puffreisschokolade mit knackigen Reiskörnern und die Viba-Nougatstangen aus Schmalkalden. Auch Wurzener Keks-Erzeugnisse und die berühmte Zetti-Schokolade aus Zeitz gehörten in fast jeden Haushalt.

Verkauft wurde all das nicht im Supermarkt, wie wir ihn heute kennen, sondern in der HO, im Konsum oder in der Kaufhalle. Bezahlt wurde in Mark der DDR, und wer Westverwandtschaft hatte, kannte den Unterschied zwischen der eigenen Schlager-Süßtafel und einer Tafel Milka aus dem Paket nur zu gut. Neben Schokolade spielten Gummibärchen und Fruchtgummi sowie herbe Lakritze eine große Rolle im Naschsortiment.

Volkseigene Betriebe hinter den Bonbons

Süßwaren kamen in der DDR aus volkseigenen Betrieben, den VEB. Betriebe wie der VEB Rotstern in Saalfeld, VEB Elfe oder die Halloren-Werke produzierten für Millionen Menschen. Die Rezepturen mussten mit dem auskommen, was verfügbar war: Kakaobutter und echte Kakaobohnen waren Devisenware und knapp, deshalb wurde häufig mit Kakaoersatz und pflanzlichen Fetten gearbeitet. Das erklärt, warum manche Ostschokolade einen eigenen, oft als kräftiger empfundenen Geschmack hatte.

Die Verpackungen waren sparsam und wiedererkennbar: schlichtes Papier, klare Schrift, wenig Aufwand. Genau diese nüchterne Gestaltung macht heute den Sammlerreiz aus. Wer nach einer Naschtour in Erinnerungen schwelgt, greift oft auch zu anderen Ostklassikern der Küche, etwa zu DDR Kaffee oder zu einem klassischen Malzkaffee als Begleitung.

Bonbons, Brausepulver und selbstgemachte Klassiker

Nicht alles Süße kam fertig verpackt. Brausepulver, das auf der Zunge prickelte, und selbstgemachte Naschereien gehörten fest zum Alltag. Der Kalte Hund, eine Torte aus Butterkeksen und Schokoladenguss ganz ohne Backen, war der Star auf Kindergeburtstagen. Dazu kamen Eierschecke, Russisch Brot und Pfeffernüsse zur Weihnachtszeit.

Kinder liebten außerdem Lutscher und Dauerlutscher, die es einzeln beim Bäcker oder Konsum gab. Wenn du diese Erinnerung nachschmecken willst, findest du dazu passende Beiträge über den DDR Lutscher und über die klassische DDR Schokolade. Für den prickelnden Durst zwischendurch sorgte oft eine selbst angerührte Brause.

Warum der Geschmack heute noch zieht

Viele DDR-Süßwarenmarken haben die Wende überlebt. Halloren, Viba, Zetti und Wikana produzieren bis heute, teils nach den alten Rezepturen, teils behutsam modernisiert. Deshalb ist Ostalgie beim Naschen keine reine Erinnerung: Du kannst etliche der originalen Produkte tatsächlich noch kaufen und probieren. Der besondere Reiz liegt im Wiedererkennen, im vertrauten Papier und im Geschmack, der sofort Bilder von Kindheit, Familie und Feiertagen weckt.

Ob als kleines Mitbringsel, als Geschenk für jemanden mit Ost-Wurzeln oder einfach aus Neugier: DDR Süßigkeiten sind ein Stück Alltagsgeschichte zum Anfassen und Aufessen.

Häufige Fragen

Welche DDR Süßigkeiten gibt es heute noch zu kaufen? +

Zahlreiche Klassiker werden weiter produziert, darunter die Halloren-Kugel aus Halle, Viba-Nougat aus Schmalkalden, Zetti-Schokolade aus Zeitz sowie Wikana-Keks-Erzeugnisse. Viele Firmen bestehen seit der Wende fort und stellen ihre Produkte teils nach den alten Rezepturen her.

Warum schmeckte DDR-Schokolade anders als Westschokolade? +

Echte Kakaobutter und Kakaobohnen waren in der DDR knappe Devisenware. Deshalb wurde häufig mit Kakaoersatz und pflanzlichen Fetten gearbeitet, was der Schokolade einen eigenen, oft kräftiger empfundenen Geschmack gab.

Was ist ein Kalter Hund? +

Der Kalte Hund ist eine Torte aus Butterkeksen und Schokoladenguss, die ohne Backen im Kühlschrank fest wird. In der DDR war sie ein beliebter Klassiker auf Kindergeburtstagen und Familienfeiern.

Wo kaufte man in der DDR Süßigkeiten? +

Süßwaren gab es vor allem in den Geschäften der HO, im Konsum und in der Kaufhalle. Bezahlt wurde in Mark der DDR, und die Produkte stammten meist aus volkseigenen Betrieben, den VEB.

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