Kinderteller DDR
Ein tiefer Teller mit hochgezogenem Rand, darauf das Sandmännchen oder eine Märchenszene, und in der Mitte dampft der Grießbrei: Für viele, die in der DDR aufgewachsen sind, ist der Kinderteller die erste Erinnerung an den eigenen Platz am Tisch. Robuster Plaste-Kunststoff, der jeden Sturz vom Hochstuhl überlebte, oder feines Kahla-Porzellan mit kindgerechten Motiven - beides prägte Generationen von Frühstückstischen zwischen Rostock und Suhl.
Warum der Kinderteller in der DDR mehr war als Geschirr
In einem Haushalt, in dem Geschirr selten weggeworfen und stattdessen über Jahre weitervererbt wurde, hatte der eigene Kinderteller eine besondere Rolle. Er war oft das erste Stück Besitz, das ein Kind sein Eigen nannte - erkennbar am Motiv, das nur ihm gehörte. Während das Familiengeschirr schlicht und funktional war, durften Kinderteller bunt sein: Tiere, Blumen, Figuren aus dem Kinderfernsehen des DFF.
Bezogen wurden diese Teller über die üblichen Wege der Mangelwirtschaft: in der HO, im Konsum oder in der Kaufhalle. Wer Glück hatte, fand ein Set mit Teller, Becher und Schüssel im gleichen Dekor. Solche zusammengehörigen Garnituren waren begehrt und wurden gern zur Geburt oder zum ersten Geburtstag verschenkt.
Plaste oder Porzellan - zwei Welten am Kindertisch
Grob lassen sich DDR-Kinderteller in zwei Gruppen teilen. Auf der einen Seite steht das bruchsichere Kunststoffgeschirr aus Plaste, wie man den Kunststoff im DDR-Sprachgebrauch nannte. Betriebe wie der VEB Plastina oder die Colditzer Kunststoffwerke stellten leichte, robuste Teller her, die einen Sturz vom Tisch klaglos wegsteckten. Für kleine Kinderhände war das ideal - kein Splittern, kein Schnitt.
Auf der anderen Seite stand das echte Porzellan, allen voran aus dem VEB Porzellanwerk Kahla. Kahla lieferte robustes Hotel- und Haushaltsporzellan, und darunter fanden sich auch Kinderausführungen mit kindgerechten Bildern. Diese Teller waren schwerer und zerbrechlicher, galten aber als das wertigere Geschenk. Wer heute ein Original sucht, sollte den Unterschied kennen: Plaste steht für Alltag und Robustheit, Porzellan für den festlicheren Anlass.
Sandmännchen, Märchen und andere Motive
Das mit Abstand beliebteste Motiv war das Sandmännchen, das seit 1959 allabendlich über den Bildschirm flimmerte und damit fast jedes Kind erreichte. Daneben schmückten Märchenszenen viele Teller - vom tapferen Schneiderlein bis zu Rotkäppchen. Solche erzählenden Bildteller, oft mit einer Szene in der Mitte und einem umlaufenden Rand, sammeln viele Ostalgie-Fans heute gezielt. Wenn dich diese bebilderten Klassiker interessieren, findest du eine eigene Übersicht zum Märchenteller aus der DDR.
Typisch war auch der pädagogische Kniff, das Essen mit dem Bild zu verknüpfen: Wer aufaß, für den kam am Tellerboden das Motiv zum Vorschein. Diese kleine Belohnung motivierte Generationen von Kindern, den Grießbrei zu leeren. Weitere klassische Formen findest du in unserer allgemeinen Sammlung zum DDR Teller.
Original-Kinderteller aus der DDR und passende Alternativen
Echte Originale sind heute Sammlerware und tauchen unregelmäßig auf. Wer für Kinder heute wieder robustes Geschirr sucht oder ein DDR-Motiv als Erinnerungsstück möchte, findet eine Mischung aus originalen Fundstücken, Nachdrucken mit DDR-Motiven und modernem, bruchsicherem Kindergeschirr. Die folgende Auswahl zeigt, was aktuell verfügbar ist:
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Betzold Teller-Set - 6 Teile - bruchsicher & spülmaschinengeeignet - aus Biokunststoff
HABA Kinderteller Prinzessin & Pferd – Praktischer Melamin-Teller mit rosa Kindermotiv – Rutschfest – Spülmaschinengeeignet – Ab 12 Monaten – 2012441004
Betzold Teller-Set - 6 Teile - bruchsicher & spülmaschinengeeignet - aus Biokunststoff
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Worauf du beim Kauf achten solltest
Ob Sammlerstück oder Alltagsgeschirr für den Nachwuchs - ein paar Kriterien helfen bei der Entscheidung:
- Original oder Nachbildung: Echte DDR-Teller tragen häufig eine Herstellermarke auf der Unterseite, etwa das Kahla-Zeichen. Fehlt jeder Stempel, handelt es sich meist um neuere Ware mit DDR-Motiv.
- Material: Für kleine Kinder ist bruchsicheres Melamin oder Kunststoff praktisch. Suchst du ein Deko- oder Sammlerstück, ist echtes Porzellan die wertigere Wahl.
- Zustand: Bei gebrauchtem Porzellan auf Haarrisse, abgeplatzte Glasur und Kratzer im Motiv achten - beim täglichen Essen von Kindern verblassen Bilder mit der Zeit.
- Spülmaschine und Mikrowelle: Altes Geschirr ist dafür oft nicht ausgelegt. Wenn du den Teller wirklich benutzen willst, prüfe die Angabe oder spüle Originale lieber von Hand.
- Motiv: Sandmännchen- und Märchenteller sind besonders gefragt und entsprechend gesucht. Passende Becher aus derselben Serie findest du beim Thema DDR Zahnputzbecher und im übrigen Kindergeschirr.
Häufige Fragen
Aus welchem Material waren Kinderteller in der DDR? +
Es gab zwei Hauptvarianten: bruchsicheres Kunststoffgeschirr aus Plaste, hergestellt von Betrieben wie den Colditzer Kunststoffwerken, sowie echtes Porzellan, vor allem aus dem VEB Porzellanwerk Kahla. Kunststoffteller galten als robust und alltagstauglich, Porzellan als wertigeres Geschenk.
Welche Motive waren auf DDR-Kindertellern typisch? +
Am beliebtesten war das Sandmännchen, das seit 1959 im DDR-Fernsehen lief. Verbreitet waren außerdem Märchenszenen wie Rotkäppchen oder das tapfere Schneiderlein sowie Tier- und Blumenmotive. Häufig erschien das Bild erst am Tellerboden, wenn das Kind aufgegessen hatte.
Woran erkenne ich einen originalen DDR-Kinderteller? +
Originale tragen meist eine Herstellermarke auf der Unterseite, etwa den Kahla-Stempel. Fehlt jede Kennzeichnung, handelt es sich in der Regel um neuere Nachbildungen mit DDR-Motiv. Auch Gebrauchsspuren wie leicht verblasste Bilder deuten auf echte, benutzte Originale hin.
Kann ich DDR-Kinderteller heute noch zum Essen benutzen? +
Robuste Kunststoff- und Melaminteller lassen sich gut weiterverwenden. Bei altem Porzellan solltest du auf Haarrisse und abgeplatzte Glasur achten und es im Zweifel von Hand spülen, da es oft nicht für Spülmaschine oder Mikrowelle ausgelegt ist.
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