DDR Puppen
Eine DDR Puppe mit klappernden Schlafaugen, festem Plaste-Körper und einem Kleidchen aus Dederon: Für viele in Ostdeutschland Aufgewachsene steckt in diesen Figuren die halbe Kindheit. Sie kamen meist aus Thüringen, wo ganze Städte vom Puppenmachen lebten, und landeten oft zur Zuckertüte oder unterm Weihnachtsbaum in Kinderarmen.
Thüringen war das Herz der Puppenherstellung
Wer über DDR Puppen spricht, landet fast zwangsläufig in Südthüringen. Sonneberg trug schon vor dem Krieg den Beinamen "Weltspielzeugstadt", und diese Tradition lebte im Sozialismus weiter. Nach den Verstaatlichungen bündelte der VEB Kombinat Spielwaren Sonneberg einen Großteil der Produktion. Das dort verwendete Markenzeichen "Sonni" prangte auf unzähligen Puppen und Puppentieren, die in den ganzen Ostblock exportiert wurden.
Ein zweites Zentrum war Waltershausen mit seiner traditionsreichen Puppenfabrik. Auch dort entstanden Spielpuppen für den heimischen Handel und für den Export, mit dem die DDR dringend benötigte Devisen verdiente. Puppen waren also nicht nur Spielzeug, sondern ein handfester Wirtschaftsfaktor. Wie stark die gesamte Spielzeuglandschaft geprägt war, zeigt der Rückblick auf die Lieblingsspielzeuge der DDR.
Vom Zelluloid zur Plaste
Materialgeschichtlich lassen sich DDR Puppen grob in zwei Epochen teilen. In den 1950er Jahren dominierte noch Zelluloid, ein leichter, aber sehr brennbarer und mit der Zeit sprödender Kunststoff. Solche Zelluloidpuppen haben heute oft feine Risse oder eingedrückte Stellen, weil das Material nachgibt und altert.
Später setzte sich der harte thermoplastische Kunststoff durch, im DDR-Sprachgebrauch schlicht "Plaste" genannt. Diese Puppen sind robuster, haben häufig einen weicheren Kopf mit eingesetzten Glas- oder Kunststoffaugen und die typischen Schlafaugen, die sich beim Hinlegen schließen. Beliebt waren außerdem Trinkpuppen, die Wasser aus dem Fläschchen aufnahmen, sowie Babypuppen mit rundlichen Gliedern. Angezogen wurden sie oft in genähte Kleidchen aus DDR-Stoffen wie dem knitterarmen Dederon.
Mehr als nur die Puppe: das ganze Spielzeug drumherum
Eine Puppe kam selten allein. Zum Spiel gehörten Puppenwagen, oft von der Zeitzer Kinderwagenfabrik Zekiwa, die auch die "großen" Modelle baute. Dazu kamen Puppenstuben, winziges Puppengeschirr und Miniaturmöbel, mit denen Kinder den Haushalt nachspielten. Wer sich für die passenden Gefährte interessiert, findet beim DDR Kinderwagen die erwachsene Variante desselben Handwerks.
Neben den klassischen Spielpuppen standen im Kinderzimmer häufig auch weiche Gefährten. Die DDR Plüschtiere ergänzten die harte Plaste-Puppe um etwas zum Kuscheln. Verkauft wurde all das über den regulären Handel, also in HO- und Konsum-Geschäften, in der Kaufhalle und im Spielwarenladen, und war zu Weihnachten oder zum Schulanfang oft heiß begehrt.
Worauf du beim Kauf achten solltest
Original DDR Puppen sind heute gesuchte Sammler- und Ostalgie-Stücke. Beim Kauf lohnt ein genauer Blick auf einige Punkte:
- Markierungen: Achte auf eingeprägte Zeichen am Nacken, Hinterkopf oder Rücken, etwa "Sonni" oder Hinweise auf Waltershausen. Sie helfen, Herkunft und Alter einzuordnen.
- Material und Zustand: Zelluloid ist empfindlich und kann Risse oder Dellen haben. Prüfe bei Plaste-Puppen, ob Arme und Beine fest sitzen und die Schlafaugen sauber öffnen und schließen.
- Vollständigkeit: Originalkleidung, Perücke und gegebenenfalls das Trinkfläschchen steigern den Wert. Nachgenähte Kleidchen sind kein Makel, sollten aber ehrlich benannt sein.
- Geruch und Lagerung: Muffiger oder stechender Geruch deutet auf feuchte oder problematische Lagerung hin. Alter Kunststoff kann ausgasen.
- Echtheit: Nicht jede alte Puppe aus dem Osten ist eine DDR-Produktion. Vergleiche Bauart und Markierungen, statt dich allein auf die Beschreibung zu verlassen.
Wer tiefer in das Thema einsteigen möchte, findet unter Puppe DDR weitere Einordnungen rund um die klassischen Spielfiguren.
Häufige Fragen
Wo wurden DDR Puppen hergestellt? +
Das Zentrum der Puppenherstellung lag in Südthüringen. Besonders wichtig waren Sonneberg mit dem VEB Kombinat Spielwaren Sonneberg und dem Markenzeichen Sonni sowie die Puppenfabrik in Waltershausen. Viele Puppen wurden auch exportiert.
Aus welchem Material bestehen DDR Puppen? +
Frühe Puppen aus den 1950er Jahren wurden häufig aus Zelluloid gefertigt, das leicht, aber brennbar und alterungsanfällig ist. Später setzte sich der harte thermoplastische Kunststoff durch, in der DDR umgangssprachlich Plaste genannt.
Was bedeutet die Marke Sonni bei DDR Puppen? +
Sonni war ein Markenzeichen des VEB Kombinat Spielwaren Sonneberg. Eine entsprechende Prägung an Nacken oder Hinterkopf weist auf eine Produktion aus Sonneberg hin und hilft Sammlern, Herkunft und Alter der Puppe einzuordnen.
Sind DDR Puppen heute etwas wert? +
Gut erhaltene Originale mit Markierung, Originalkleidung und funktionierenden Schlafaugen sind bei Sammlern und Ostalgie-Fans gefragt. Der Zustand von Material, Gliedern und Zubehör bestimmt maßgeblich, wie begehrt eine Puppe ist.